{"id":2874,"date":"2021-08-16T19:40:00","date_gmt":"2021-08-16T17:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/testavalems.opointzero.ch\/echelles-devaluation\/"},"modified":"2025-02-14T09:11:04","modified_gmt":"2025-02-14T08:11:04","slug":"echelles-devaluation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avalems.ch\/de\/echelles-devaluation\/","title":{"rendered":"Assessmentinstrumente"},"content":{"rendered":"\n<p>Demenzspezifische Assessmentinstrumente sind f\u00fcr eine standardisierte Beurteilung und Qualit\u00e4t der Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen mit Demenz zentral.<\/p>\n\n\n\n<p>Handlungsbedarf zeigt sich insbesondere bei den drei Syndromen Depression, Delir und BPSD (behaviorale und psychologische Symptome der Demenz). Sie kommen in der ambulanten und station\u00e4ren Langzeitpflege h\u00e4ufig vor und stellen eine besonders Herausforderung dar.&nbsp;(BAG, Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Die regelm\u00e4ssige Durchf\u00fchrung geeigneter Assessments soll auch das Verst\u00e4ndnis der Betreuenden f\u00fcr die Situation von Menschen mit Demenz verbessern (\u00abVerstehende Diagnostik\u00bb) und ihnen helfen, besser damit umzugehen, wenn Betroffene beispielsweise Pflegemassnahmen ablehnen. So lassen sich die psychische Belastung auf beiden Seiten sowie der zeitliche Pflegeaufwand reduzieren. Erkenntnisse aus Assessments k\u00f6nnen Betreuenden und Pflegenden in der interdisziplin\u00e4ren und interprofessionellen Zusammenarbeit zudem als Argumentationshilfe dienen, beispielsweise zum Begr\u00fcnden eines Einsatzes medikament\u00f6ser Therapien.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits geringe Auspr\u00e4gungen von Depression, Delir und BPSD haben Konsequenzen f\u00fcr die Betroffenen. Grenzwerte als Indikator daf\u00fcr, wann reagiert werden sollte, sind deshalb nicht zielf\u00fchrend. Sinnvoll ist ein regelm\u00e4ssiger Einsatz von Assessments bei beobachteten Ver\u00e4nderungen des Affekts und des Antriebs.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind qualifizierte Pflegefachpersonen nicht verf\u00fcgbar, soll auch Assistenz- und Hilfspersonal ein Assessment durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Resultate eines Assessments sollen der zust\u00e4ndigen \u00c4rztin resp. dem zust\u00e4ndigen Arzt gezeigt werden. So kann verhindert werden, dass Bewohnerinnen und Bewohner still mit Depression, Delir oder BPSD leiden.&nbsp;(BAG, Oktober 2019)<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Mini-Mental-Status (MMS)<\/strong>\u00a0bzw. Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder Folstein-Test: ein Test zur Bewertung der kognitiven Funktionen und der Merkf\u00e4higkeit einer Person. Bei Verdacht auf Demenz dient der Mini-Mental-Status-Test zur diagnostischen Orientierung. Er kommt insbesondere im Rahmen des Alzheimer-Screenings zum Einsatz.<\/li><li><strong>MoCA-Test:<\/strong>\u00a0Das Montreal Cognitive Assessment (MoCA) wurde zur Evaluierung leichter kognitiver Dysfunktionen entwickelt. Der Test bewertet folgende Funktionen: Aufmerksamkeit, Konzentration, Exekutivfunktionen, Ged\u00e4chtnis, Sprache, visuokonstruktive F\u00e4higkeiten, Abstraktionsf\u00e4higkeit, Rechnen und Orientierung Die Durchf\u00fchrungszeit betr\u00e4gt ca. 10 Minuten.<\/li><li><strong>Uhrentest:<\/strong>\u00a0ein psychometrischer Schnelltest zur Bewertung mehrerer kognitiver Funktionen.<\/li><li><strong>Confusion Assessment Method (CAM):<\/strong>\u00a0ein spezifisches Instrument zur Erkennung akuter Verwirrtheitszust\u00e4nde.\u00a0Es liefert auch in der Hand von \u00c4rztinnen\/\u00c4rzten ohne psychiatrische Spezialisierung hervorragende Ergebnisse.<\/li><li><strong>Delirium Observation Scale (DOS):<\/strong>\u00a0ein 25 Fragen umfassendes Instrument zum Delir-Screening durch Beobachtung. Es erleichtert die Delir-Fr\u00fcherkennung anhand der DSM-IV-Kriterien, basierend auf den Beobachtungen des Fachpersonals im Rahmen der normalen Pflegekontakte.<\/li><li><strong>Pittsburgh Agitation Scale (PAS):<\/strong>\u00a0Diese findet Anwendung bei Betroffenen mit degenerativer Demenz aller Schweregrade. Die Pittsburgh-Skala ber\u00fccksichtigt vier Aspekte der Agitiertheit: abnormale stimmliche \u00c4usserungen, motorische Agitiertheit, Aggressivit\u00e4t und Widerstand gegen Pflege.<\/li><li><strong>Cohen-Mansfield-Skala:<\/strong>\u00a0eine spezifische Bewertungsskala f\u00fcr Agitiertheitszust\u00e4nde.<\/li><li><strong>Hamilton-Angst-Skala:<\/strong>\u00a0Die Hamilton-Angst-Skala umfasst 14 Elemente, die alle Bereiche psychischer, somatisch-muskul\u00e4rer, viszeraler und kognitiver Angstsymptome sowie Schlafst\u00f6rungen und depressive Verstimmung abdecken.<\/li><li><strong>Hamilton-Depressionsskala:<\/strong>\u00a0Die Hamilton-Depressionsskala, auch als Hamilton-Test bezeichnet, ist ein Fragebogen zur Einsch\u00e4tzung des Schweregrades einer Depression. Sie ber\u00fccksichtigt Aspekte wie Angst, Schlaf, Gem\u00fctslage oder den k\u00f6rperlichen Allgemeinzustand. Jeder Antwort der zu beurteilenden Person wird ein Punktwert zugeordnet; anhand der Gesamtpunktzahl kann der depressive Zustand beurteilt werden.<\/li><li><strong>Cornell-Depressionsskala:\u00a0<\/strong>Diese Skala erleichtert das Screening auf Depressionen bei Menschen mit bereits bestehendem Demenzsyndrom und einer MMST-Gesamtpunktzahl unter 15. Nach M\u00f6glichkeit wird sie im Rahmen einer ca. 10-min\u00fctigen direkten Befragung der betroffenen Person eingesetzt, eignet sich aber auch f\u00fcr eine etwa 20-min\u00fctige Fremdevaluation mit den Angeh\u00f6rigen.<\/li><li><strong>Geriatrische Depressionsskala (GDS):<\/strong>\u00a0Die GDS dient zur Bewertung von Depressionen bei \u00e4lteren Menschen.<\/li><li><strong>GDS-Kurzevaluation:<\/strong>\u00a0Die Geriatrische Depressionsskala (GDS) ist ein Selbstevaluationsinstrument zur Erkennung von Depressionen bei \u00e4lteren Menschen.<\/li><li><strong>EOCA-Evaluation:<\/strong>\u00a0Die \u00c9chelle d&#8217;Observation des Comportements Agressifs (EOCA) lehnt sich weitgehend an die von Yudofsky und seinen Mitarbeitern entwickelte Overt Aggression Scale (OAS) an. Damit soll die Qualit\u00e4t der Beobachtungen von Pflegenden verbessert und gleichzeitig die OAS einerseits als pluridisziplin\u00e4res Medium sowie andererseits als Mittel zur Kommunikation mit der betroffenen Person eingesetzt werden.<\/li><li><strong>ECPA-Schmerzen<\/strong>: Die \u00c9chelle Comportementale pour Personnes Ag\u00e9es (ECPA) ist ein Instrument zur verhaltensbasierten Fremdevaluation von Schmerzen bei \u00e4lteren Menschen mit Sprachst\u00f6rungen, das sich auf Mimik, K\u00f6rperhaltung, Verhalten und beziehungsrelevante Faktoren st\u00fctzt.<\/li><li><strong>PAINAD-Skala:<\/strong>\u00a0Instrument zur Beurteilung von Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz.\u00a0Sie umfasst 5 Fragen (Atmung, negative stimmliche \u00c4usserungen, Gesichtsausdruck, K\u00f6rpersprache, Reaktion auf Zuwendung), die mit einer Punktzahl von 0 (=\u00a0schmerzfrei) bis 2 bewertet werden. Die Skala kann sowohl in Ruhe als auch w\u00e4hrend der Pflegehandlungen eingesetzt werden und erfordert keine Vorkenntnis der \u00fcblichen Reaktionen der betroffenen Person.<\/li><li><strong>Algoplus-Skala:<\/strong>\u00a0Die ALGOPLUS-Skala wurde speziell daf\u00fcr entwickelt, akute Schmerzen bei \u00e4lteren Patientinnen und Patienten erkennen und behandeln zu k\u00f6nnen, wenn eine zuverl\u00e4ssige Selbstevaluation in keiner Form praktikabel ist (St\u00f6rung der verbalen Kommunikation).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das BESA-System enth\u00e4lt ferner die Cognitive Performance Scale (CPS), die Auskunft gibt \u00fcber die kognitiven F\u00e4higkeiten der Beurteilten. Diese Skala umfasst 7 Stufen, von 0 bis 6\u00a0\u00a0(0 = keine St\u00f6rung \/ 6 = schwere St\u00f6rung). Durch Ausf\u00fcllen des Fragebogens \/ der Frageb\u00f6gen im Ressourcenmodul der BESA-Suite wird die CPS-Punktzahl automatisch berechnet und \u00fcber das Qualit\u00e4tsmodul als Indikator angezeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demenzspezifische Assessmentinstrumente sind f\u00fcr eine standardisierte Beurteilung und Qualit\u00e4t der Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen mit Demenz zentral. 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