{"id":2862,"date":"2021-08-16T19:40:00","date_gmt":"2021-08-16T17:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/testavalems.opointzero.ch\/soins-accompagnement-et-traitements\/"},"modified":"2025-02-14T09:11:33","modified_gmt":"2025-02-14T08:11:33","slug":"soins-accompagnement-et-traitements","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avalems.ch\/de\/soins-accompagnement-et-traitements\/","title":{"rendered":"Pflege, Betreuung und Behandlung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group faq\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Schmerzen<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere aktuelle Studien haben belegt, dass bei kognitiven St\u00f6rungen die Gefahr besteht, dass eine im Verh\u00e4ltnis zur Schmerzintensit\u00e4t unangemessene Schmerztherapie verabreicht wird. Dass sich die Ermittlung und Beurteilung von Schmerzen bei schwer demenzkranken Personen mit Kommunikationsst\u00f6rungen schwierig gestalten, ist allgemein bekannt, zumal sich Schmerzen bei dieser Patientenpopulation atypisch durch Verhaltens\u00e4nderungen ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, etwa durch eine abrupte Verschlechterung bei den Aktivit\u00e4ten des t\u00e4glichen Lebens, akute Verwirrtheitszust\u00e4nde und verminderte Mobilit\u00e4t.\u00a0\u00a0(Piolino, Puppin, &amp; Yusuf, 2016)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Selbstermittlung der Schmerzintensit\u00e4t durch die demenziell erkrankte Person gilt als angemessenste Assessmentmethode, da man weiss, dass Pflegende und Angeh\u00f6rige Schmerzen tendenziell \u00fcber- oder unterbewerten. Zur Erh\u00e4rtung der geklagten Schmerzen muss deren Intensit\u00e4t deshalb evaluiert werden; ihr Schweregrad muss ebenso gemessen werden wie die Wirksamkeit der verabreichten Analgetika. Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner zu Beginn der kognitiven Ver\u00e4nderungen in der Lage sind, Skalen zur Selbstevaluation von Schmerzen zu verwenden und dass eine derartige Erhebung der Schmerzintensit\u00e4t zuverl\u00e4ssige Werte liefert. Dabei muss man sich insbesondere Zeit nehmen, um der\/dem Betroffenen die Funktionsweise der Skala zu erl\u00e4utern, muss Dualtask-Situationen vermeiden, das passendste Instrument w\u00e4hlen und allf\u00e4llige Sinneseinschr\u00e4nkungen, z.&nbsp;B. betreffend das H\u00f6r- und Sehverm\u00f6gen, ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erfassung von Schmerzen ist daher, wenn immer m\u00f6glich, eine Selbsteinsch\u00e4tzung der betroffenen Person zu erfragen. Oft aber k\u00f6nnen demenzkranke Menschen ihre Schmerzen nicht in Worten ausdr\u00fccken und lokalisieren, und sie erinnern sich nicht mehr daran, dass sie unter Schmerz gelitten haben. Die Evidenz zeigt, dass Schmerzen bei demenzkranken Personen h\u00e4ufig nicht erkannt und daher untertherapiert werden. Deshalb kommt der systematischen Beobachtung eine wichtige Funktion zu. Da Schmerzen sich als auff\u00e4lliges oder ver\u00e4ndertes Verhalten \u00e4ussern k\u00f6nnen, sollen strukturierte und bestm\u00f6glich evidenzbasierte Instrumente zur Erkennung schmerzbedingten Verhaltens eingesetzt werden.&nbsp;(SAMW\/ASSM, 2017).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Skalen f\u00fcr die Selbstevaluation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die verbale Rating-Skala (VRS) umfasst f\u00fcnf bis sechs Bewertungen f\u00fcr den Schmerzgrad, z.&nbsp;B. keine, leichte, m\u00e4ssige, starke, sehr starke, extrem starke Schmerzen. Sie wird in erster Linie bei kommunikationsf\u00e4higen Bewohnerinnen und Bewohnern eingesetzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die visuelle Analogskala (VAS) besteht aus einer 10&nbsp;cm langen Linie, an deren Enden die Extremwerte der Schmerzempfindung vorgegeben sind: links \u00abkein Schmerz\u00bb, rechts \u00abst\u00e4rkste vorstellbare Schmerzen\u00bb; die Versuchsperson soll mithilfe eines Strichs angeben, wo der empfundene Schmerz zu einem bestimmten Zeitpunkt angesiedelt ist. Auf der R\u00fcckseite befindet sich meist eine numerische Skala mit Werten von 0 bis 10 oder von 0 bis 100.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Smiley-Analogskala oder Gesichterskala umfasst sechs bis sieben Gesichter, die zunehmend Schmerz ausdr\u00fccken. Das urspr\u00fcnglich f\u00fcr Kinder gedachte Modell wurde f\u00fcr geriatrische Patienten angepasst.<\/li>\n\n\n\n<li>Das ESAS. Das Edmonton Symptom Assessment System geh\u00f6rt zu den in der Palliative Care g\u00e4ngigsten Skalen f\u00fcr die Selbstevaluation von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Ersch\u00f6pfung, Somnolenz, Appetit, Angst, Depression, Wohlbefinden und dergleichen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Skalen f\u00fcr Fremdevaluation oder Beobachtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Algoplus-Skala: Hierbei handelt es sich um eine verhaltensbasierte Skala zur Bewertung akuter Schmerzen bei \u00e4lteren Menschen mit St\u00f6rungen der verbalen Kommunikation. Sie wurde speziell f\u00fcr die Fremdevaluation akuter Schmerzen bei \u00e4lteren Menschen entwickelt und basiert auf somatischer Beobachtung, nicht auf Verhaltens\u00e4nderungen. Die Durchf\u00fchrung der Bewertung dauert weniger als eine Minute.<\/li>\n\n\n\n<li>Die ECPA-Schmerzskala: es handelt sich um eine verhaltensbasierte Skala zur Fremdevaluation von Schmerzen bei nicht kommunizierenden \u00e4lteren Personen. Sie findet in F\u00e4llen Anwendung, in denen keine Selbstevaluation mehr m\u00f6glich ist. Sie verh\u00fctet, dass die Schmerzsymptomatik untersch\u00e4tzt wird, und gestattet die Ermittlung, Quantifizierung und weitere \u00dcberwachung der Schmerzen. Die Skala liefert schnell und wiederholt vergleichsweise zuverl\u00e4ssige Ergebnisse. Die Beurteilungszeit ist mit 1 bis 5 Minuten (je nach \u00dcbung) sehr kurz. Aufgrund der hohen Zuverl\u00e4ssigkeit der Skala reicht eine einzige beurteilende Person aus.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Beurteilung der Schmerzst\u00e4rke wird, soweit die Kommunikationsf\u00e4higkeit und die kognitiven Einschr\u00e4nkungen der betroffenen Person es zulassen, erg\u00e4nzt durch eine umfassende Anamnese \u2013 einschliesslich der Lokalisierung, des (qualitativen) Charakters und der Ausstrahlung der Schmerzen \u2013, die Suche nach Ausl\u00f6sern, verschlimmernden oder lindernden Faktoren sowie die Abkl\u00e4rung, ob eine Depression oder Angstst\u00f6rung vorliegt.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group faq\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"faq-q\">Depression<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group faq-a\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Zu den m\u00f6glichen Symptomen einer Depression geh\u00f6ren unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Stimmungsschwankungen<\/li>\n\n\n\n<li>verminderter Antrieb<\/li>\n\n\n\n<li>erh\u00f6hte Reizbarkeit<\/li>\n\n\n\n<li>unspezifische k\u00f6rperliche St\u00f6rungen wie Schwindel, Bauchschmerzen und R\u00fcckenschmerzen (bei \u00e4lteren Bewohnerinnen und Bewohnern)<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group faq\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"faq-q\">Akuter Verwirrtheitszustand (Delir)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group faq-a\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Ein Delir ist ein akut auftretender, grunds\u00e4tzlich reversibler Zustand von Verwirrtheit, dem in der Regel Ver\u00e4nderungen des k\u00f6rperlichen Zustandes und\/oder der Umgebungsbedingungen der betroffenen Person zugrunde liegen. Es kann in einer hyper- oder hypoaktiven Form auftreten, wobei letztere h\u00e4ufig verkannt wird. Eine vorbestehende Demenzerkrankung ist einer der wichtigsten Risikofaktoren f\u00fcr die Entwicklung eines Delirs. Entsprechend bedeutsam sind bei Menschen mit Demenz die Delirprophylaxe und die rechtzeitige Delirbehandlung.&nbsp;(SAMW\/ASSM, 2017)<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Massnahmen der Delirprophylaxe geh\u00f6rt die Sicherstellung einer ruhigen, stressarmen Umgebung, die f\u00fcr die betroffene Person m\u00f6glichst verstehbar bleibt. Wahrnehmung und Kommunikationsm\u00f6glichkeiten der betroffenen Person sollen unterst\u00fctzt (z. B. durch H\u00f6rger\u00e4t und Brille) und die Orientierung durch geeignete Massnahmen erleichtert werden.&nbsp;(SAMW\/ASSM, 2017)<\/p>\n\n\n\n<p>Tritt ein Delir auf, suchen wir nach entsprechenden Ursachen (Delirabkl\u00e4rung). Nicht selten findet sich dann eine zuvor nicht erkannte Infektion (z.&nbsp;B. der Harnwege) oder eine Stoffwechselentgleisung, die therapiert werden kann. In zahlreichen F\u00e4llen l\u00e4sst sich aber keine eindeutige Ursache eruieren. In solchen Situationen ist eine symptomatische Behandlung angezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei stehen in unserer Einrichtung nichtmedikament\u00f6se Ans\u00e4tze im Vordergrund, die sich teilweise mit den Massnahmen der Delirprophylaxe \u00fcberschneiden. Bewegungseinschr\u00e4nkende Massnahmen sind, wenn immer m\u00f6glich, zu vermeiden, da sie ein vorhandenes Delir noch verst\u00e4rken. Medikamente k\u00f6nnen z.&nbsp;B. bei Agitation eingesetzt werden.(SAMW\/ASSM, 2017)<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Behaviorale und psychologische Symptome der Demenz (BPSD)<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa 50&nbsp;% der Menschen mit Demenz zeigen behaviorale und psychologische Symptome der Demenz (BPSD). Diese umfassen eine Reihe klinischer Manifestationen wie zielloses Umherirren, Verweigerung von Behandlung und Pflege, Logorrh\u00f6, Wahnvorstellungen, Reizbarkeit, Aggressivit\u00e4t, Apathie, Angst etc. (BAG, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>BPSD sind nicht ausschliesslich als Folge der Demenz zu interpretieren. Vielmehr handelt es sich um verhaltensbezogene Manifestationen unerf\u00fcllter Bed\u00fcrfnisse, die es zu ermitteln gilt. Beispiel: Eine Bewohnerin \/ ein Bewohner zeigt eine Logorrh\u00f6, weil er oder sie \u00e4ngstlich ist; eine andere Person wehrt sich gegen Pflegehandlungen, weil die Mobilisation ihr Schmerzen bereitet; eine andere wiederum ist k\u00f6rperlich aggressiv, weil sie Schmerzen hat. Um die Ursache von BPSD zu beurteilen, ist daher ein gutes klinisches Assessment erforderlich. Oft l\u00e4sst sich bei einem Grossteil der BPSD-Episoden bei Bewohnerinnen und Bewohnern mit bekannter Demenz eine organische Dekompensation als ausl\u00f6sender Faktor feststellen oder es handelt sich um die Folge einer Polypharmazie, der entsprechend nachgegangen werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>BPSD werden in 2 Kategorien unterteilt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die sogenannte Positivsymptomatik: Agitiertheit, Aggression, Reizbarkeit, Enthemmung, Widerstand, Umherirren, Schreien, psychotische St\u00f6rungen, Schlafst\u00f6rungen etc.<\/li>\n\n\n\n<li>Die sogenannte Negativsymptomatik: Depression, Apathie, R\u00fcckzug in sich selbst etc.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Solche St\u00f6rungen sind einschneidender als der kognitive Verlust. Sie sind umgekehrt proportional zur Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen, f\u00fchren aber auch zu einer erheblichen Belastung der Betreuungspersonen.&nbsp;(Rey, Voyer, &amp; Juneau, 2016)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Behandlung von BPSD erfolgt multimodal. Vorrang haben dabei nichtmedikament\u00f6se Therapien, die einen interprofessionellen Ansatz erfordern.&nbsp;(BAG, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Bei behavioralen und psychologischen Symptomen der Demenz (BPSD) erfolgt von \u00e4rztlicher Seite zun\u00e4chst eine Verhaltensbeschreibung und eine Abkl\u00e4rung m\u00f6glicher Ursachen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nichtpharmakologische Interventionen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die folgende Tabelle fasst die am breitesten anerkannten nichtpharmakologischen Interventionen zusammen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Kategorien<\/strong><\/td><td><strong>Nichtpharmakologische Interventionen<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Geeignete Kommunikationsstrategien<\/strong><\/td><td>Ruhiges AuftretenKurze S\u00e4tze\u00dcbereinstimmung zwischen nichtverbalen Signalen und verbalen \u00c4usserungenInitialber\u00fchrung bei Kontaktaufnahme<\/td><\/tr><tr><td><strong>Sensorische Interventionen<\/strong><\/td><td>MusiktherapieAromatherapieTherapeutische Massage und Ber\u00fchrung; HandmassageSnoezelraum (multisensorische Therapie)Lichttherapie<\/td><\/tr><tr><td><strong>Strukturierte Aktivierung<\/strong><\/td><td>Handwerkliche Besch\u00e4ftigungenGartenarbeit und BlumenarrangementsKunsttherapieAuf die Interessen der betroffenen Person abgestimmte Ergotherapie (Servietten falten, Umschl\u00e4ge stempeln etc.)Biografie- oder ErinnerungsarbeitHantieren von Gegenst\u00e4ndenKognitive Stimulation: Orientierung an der Realit\u00e4t entsprechend den aktuellen Bed\u00fcrfnissen der Person; Ged\u00e4chtnisstimulation<\/td><\/tr><tr><td><strong>K\u00f6rperliche Aktivierung<\/strong><\/td><td>GehenTanzenGymnastik<\/td><\/tr><tr><td><strong>Soziale Kontakte<\/strong><\/td><td>Direkter 1:1-Kontakt mit anderen MenschenTiergest\u00fctzte TherapieSimulierter Sozialkontakt (Familienfotos, Videos, Tonaufnahmen)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Umgebungsgest\u00fctzter Ansatz<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td>Schaffung einer simulierten NaturumgebungZugang zu Aussenanlage mit GartenDer h\u00e4uslichen Umgebung nachempfundene EinrichtungSchaffung r\u00e4umlicher BezugspunkteEinbau von Sichtschutzvorrichtungen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><br>Geeignete Kommunikationsstrategien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor dem Sprechen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vermindern Sie Ablenkungsquellen in der Umgebung. Drehen Sie beispielsweise die Lautst\u00e4rke von Fernsehapparat oder Radio herunter.<\/li>\n\n\n\n<li>Blicken Sie der Person in die Augen und sprechen Sie sie im Gespr\u00e4ch mit ihrem Namen an.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fchren Sie eine im Team gemeinsam abgestimmte Initialber\u00fchrung \/-geste zur Orientierung durch. Die Ber\u00fchrung ist als Nahsinn sehr wichtig. Als Empfang f\u00fcr nonverbale Botschaften soll sie zur Umweltkontrolle Sicherheit-im-Beziehung-aufnehmen und Begegnungen-gestalten vermitteln, sowie Stress reduzieren. Durch den Initialkontakt lernt der demenziell erkrankte Mensch, dass die Mitarbeitenden nur dann eine Handlung an ihm vornehmen, wenn er zuvor dort ber\u00fchrt wurde. So gewinnt er Sicherheit und kann sich entspannen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vergewissern Sie sich, dass die Person gegebenenfalls ihr H\u00f6rger\u00e4t oder ihre Brille tr\u00e4gt.<\/li>\n\n\n\n<li>Manche Betroffene haben Schwierigkeiten, Familienmitglieder oder Freunde zu erkennen. Daher sollten Sie sich am besten vorstellen und die Person daran erinnern, wer Sie sind.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wie ansprechen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gehen Sie nahe genug an die Person heran, damit diese Ihren Gesichtsausdruck und Ihre Gesten sehen kann.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie deutlich und etwas verlangsamt in einfachen S\u00e4tzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Stellen Sie konkrete Fragen, die einfach mit \u00abJa\u00bb oder \u00abNein\u00bb beantwortet werden k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Seien Sie respektvoll und geduldig.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie nicht von oben herab und nicht wie mit einem Kind.<\/li>\n\n\n\n<li>Reden Sie nicht \u00fcber die Person, als w\u00e4re sie nicht da.<\/li>\n\n\n\n<li>Versuchen Sie, die Person in das Gespr\u00e4ch mit anderen einzubeziehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wie zuh\u00f6ren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>H\u00f6ren Sie aufmerksam zu, was die Person sagt und achten Sie dabei auch auf die nonverbale Kommunikation.<\/li>\n\n\n\n<li>Seien Sie geduldig und unterbrechen Sie die Person nicht, auch wenn Sie glauben zu wissen, was sie Ihnen sagen will. Wenn die Person Schwierigkeiten hat, Worte zu finden, und es den Anschein hat, dass Hilfe erw\u00fcnscht ist, k\u00f6nnen Sie Vorschl\u00e4ge machen.<\/li>\n\n\n\n<li>Achten Sie darauf, dass die Kommunikation in beide Richtungen erfolgt.<\/li>\n\n\n\n<li>Beziehen Sie die Person aktiv in das Gespr\u00e4ch ein.<\/li>\n\n\n\n<li>Stellen Sie keine Mutmassungen an, wenn Sie nicht sicher sind, was die Person sagt. Versuchen Sie, gemeinsam mit ihr herauszufinden, ob Sie richtig verstanden haben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Andere Kommunikationsm\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unterstreichen sie das Gesagte mit Gesten. Wenn es zum Beispiel Zeit f\u00fcr einen Spaziergang ist, zeigen Sie mit dem Finger auf die T\u00fcr oder bringen Sie Mantel oder Weste der Person mit, um zu veranschaulichen, was Sie tun m\u00f6chten. Gesten wie Handzeichen oder das Nachahmen einer Handlung k\u00f6nnen der Person helfen, das Gesagte zu verstehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch Humor kann Sie einander n\u00e4herbringen und Spannungen abbauen und ist daher von hohem therapeutischem Wert. Gemeinsam \u00fcber Fehler oder m\u00f6gliche Missverst\u00e4ndnisse zu lachen, hilft beiden Seiten.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn die Person traurig erscheint, ermutigen Sie sie, ihre Gef\u00fchle auszudr\u00fccken. Um Ihr Zuwendung zu geben, zeigen Sie ihr, dass Sie sie sehr wertsch\u00e4tzen und gern haben.&nbsp;(Alzheimer Society of Canada, 2019)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Sensorische Interventionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die sensorische Stimulation umfasst eine Reihe von Aktivit\u00e4ten wie Snoezelen,<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/caaglione\/Avalems\/Communication\/110902_Projets\/04_Videos%20AVALEMS\/4_Concept-demence\/20210121_Begleitung_demenziell_erkrankter_Menschen_Handbuch.docx#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Musiktherapie, Aromatherapie, Tanz, Lichttherapie, Massagen, simulierte Pr\u00e4senz (Familienvideo) und tiergest\u00fctzte Therapie. Oft werden solche Interventionen mit anderen Massnahmen kombiniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum sensorischen Ansatz geh\u00f6rt auch die Hypostimulation. Hierbei handelt sich um pflegerische Massnahmen bei Personen mit einer demenziellen Erkrankung zur Linderung einer Reiz\u00fcberflutung, die bedingt ist durch St\u00f6rungen der sensorischen Modulation und Integration mit nachfolgender Hyperreagibilit\u00e4t auf Umgebungsreize. Diese alternative Methode wirkt beruhigend und f\u00f6rdert die Wiederherstellung der sensorischen Selbstregulation und Ausgeglichenheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Strukturierte Aktivierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei handelt sich um einen allgemeinen sozio-psycho-kognitiven Ansatz zur St\u00e4rkung der Restressourcen durch abgestimmtes Training der noch vorhandenen Funktionen. Dazu bietet sich ein breites Spektrum an Aktivierungsm\u00f6glichkeiten an, z.&nbsp;B. Buchstaben- oder Puzzlespiele, komplexe Aktivit\u00e4ten wie Kochen und Gartenarbeit, Erinnerungsrunden, Umgebungsgestaltung (Kalender, Zeitungen, Fotos), Training der Aktivit\u00e4ten des t\u00e4glichen Lebens durch praktische Anregung.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Aktivit\u00e4ten haben sich auch in Kombination mit anderen Massnahmen wie Bewegung oder medikament\u00f6sen Behandlungen als wirksam erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Reminiszenztherapie, die sich auf Erinnerungen an lange Zur\u00fcckliegendes st\u00fctzt, geh\u00f6rt zur strukturierten Aktivierung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6rperliche Aktivierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Regelm\u00e4ssige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t tr\u00e4gt ebenfalls dazu bei, kognitive F\u00e4higkeiten und Alltagsfunktionen sowie die Lebensqualit\u00e4t zu erhalten, wenn nicht gar zu verbessern. Sie f\u00f6rdert unter anderem Gleichgewichtssinn, Kraft, K\u00f6rperhaltung, Beweglichkeit und Widerstandsf\u00e4higkeit.&nbsp; Oft werden solche Aktivit\u00e4ten mit anderen Massnahmen kombiniert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Soziale Kontakte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t der Beziehungsinteraktionen sowie die Kommunikationsstrategien wirken sich positiv auf Sprache, Lebensqualit\u00e4t, Interaktionsverm\u00f6gen und Gesamtfunktion aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Erkrankungen, bei denen Sprachst\u00f6rungen im Vordergrund stehen (semantische Demenz, prim\u00e4r progrediente Aphasie) kann eine Logop\u00e4din&nbsp;\/ ein Logop\u00e4de beigezogen werden. Dies kann auch bei Schluckst\u00f6rungen notwendig sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umgebungsgest\u00fctzter Ansatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch entsprechende Umgebungsgestaltung lassen sich deutliche Verbesserungen in Bezug auf Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis, Orientierung und Sprache erzielen. Die Verwendung von Leuchten, Schildern oder anderen auch bei Seh- oder H\u00f6rst\u00f6rungen geeigneten Symbolen erleichtert Menschen mit Demenz die Orientierung innerhalb ihrer Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der folgenden Massnahmen stellen wir sicher, dass die kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Demenz dokumentiert werden und die Wirksamkeit der therapeutischen Ans\u00e4tze \u00fcberwacht wird:<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtpharmakologische Interventionen werden von geschultem Personal durchgef\u00fchrt und sind Bestandteil der individualisierten Pflegeplanung und des Entwicklungsplans der Einrichtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundansatz, Verhaltensbeobachtung aus einem anderen Blickwinkel und Strategien zur nichtpharmakologischen Behandlung von BPSD<\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;Bereits vor der Anwendung eines nichtpharmakologischen Ansatzes bei BPSD ist sicherzustellen, dass der Grundansatz angemessen ist. Siehe Punkt 9 dieses Kapitels. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;Wenn der Grundansatz angemessen ist, m\u00fcssen bestimmte Verhaltensweisen aus einem anderen Blickwinkel hinterfragt werden: Ist eine Intervention wirklich erforderlich? (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;Nichtpharmakologische Interventionen befassen sich mit den Ursachen verhaltensbezogener und psychologischer Symptome: Sie setzen stets eine Evaluierung voraus, in der die Verhaltensweisen beschrieben und m\u00f6gliche Ursachen festgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>4.&nbsp;Mehrere nichtpharmakologische Interventionen zeigten kurzfristig positive Wirkungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern: verringerte Agitiertheit, Hebung der Gem\u00fctslage, erfolgreiche Krisenbew\u00e4ltigung und verbesserte Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>5.&nbsp;Bei Ausbleiben einer BPSD-Verbesserung wird die betroffene Person im Anschluss an ad\u00e4quate nichtpharmakologische und pharmakologische Interventionen einem Fachzentrum zugewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grundansatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;Der Grundansatz ist jederzeit bei allen Bewohnerinnen und Bewohnern zu beachten. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;Eine nichtpharmakologische Intervention ist nur erforderlich, wenn bestimmte Bed\u00fcrfnisse nicht befriedigt sind. Sie zielt auf die Ursachen der BPSD und richtet sich nach der pers\u00f6nlichen Vorgeschichte der betroffenen Person. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;Der Grundansatz ist wie folgt definiert:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor der Interaktion:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gehen Sie in sich und sammeln Sie sich.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>W\u00e4hrend der gesamten Interaktion:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Halten Sie den Kontakt mit der Person aufrecht, durch Blicke, Ansprechen oder Ber\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>Sorgen Sie f\u00fcr eine ruhige, angenehme Atmosph\u00e4re.<\/li>\n\n\n\n<li>Achten Sie darauf, nicht bedrohlich zu wirken.<\/li>\n\n\n\n<li>Reagieren Sie schnell auf eine Problemsituation, bevor diese zur Krise eskaliert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Beginn der Interaktion:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>N\u00e4hern Sie sich der Person langsam und ruhig von vorne und begeben Sie sich auf Augenh\u00f6he mit ihr.<\/li>\n\n\n\n<li>Stellen Sie zun\u00e4chst Blickkontakt her.<\/li>\n\n\n\n<li>Vermeiden Sie ein zu schnelles Eindringen in die pers\u00f6nliche Sph\u00e4re der Person.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Stimme und Sprache (Liste nicht ersch\u00f6pfend):&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Stellen Sie sich vor (Name + Position).<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie die Person stets mit ihrem Namen an.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie in sanftem und beruhigendem Tonfall.<\/li>\n\n\n\n<li>Werden Sie nicht lauter, wenn die Person nicht antwortet.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie in kurzen, einfachen und konkreten S\u00e4tzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie langsam und deutlich.<\/li>\n\n\n\n<li>Geben Sie immer nur eine einzelne Anweisung und warten Sie die Reaktion der Person ab.<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00fcndigen Sie der Person an, was Sie vorhaben und erkl\u00e4ren Sie ihr das genaue Vorgehen; im Fall von Ablehnung oder verst\u00e4rkter Unruhe beschr\u00e4nken Sie sich darauf, ihr allgemein zu erkl\u00e4ren, was getan wird.<\/li>\n\n\n\n<li>Vermeiden Sie infantilisierende und herabw\u00fcrdigende Ausdrucksweisen.<\/li>\n\n\n\n<li>Stellen Sie eine emotionale Verbindung mit der Person her, indem Sie ein Thema ansprechen, das diese interessiert.<\/li>\n\n\n\n<li>Vermeiden Sie W\u00f6rter, die eine negative Reaktion hervorrufen k\u00f6nnen (z.&nbsp;B.: \u00abnein\u00bb, \u00abBad\u00bb etc.).<\/li>\n\n\n\n<li>Versuchen sie nicht, der Person gut zuzureden.<\/li>\n\n\n\n<li>Danken Sie der Person f\u00fcr ihre Mitarbeit.<\/li>\n\n\n\n<li>Seien Sie humorvoll (situationsgebunden).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Gesten und k\u00f6rperlicher Kontakt:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Machen Sie sich anhand von Gesten, Mimik und Zeigen von Vorg\u00e4ngen verst\u00e4ndlich.<\/li>\n\n\n\n<li>Ber\u00fchren Sie die Person sanft und mit beruhigender Geste und halten Sie sie nicht fest (z.&nbsp;B. durch Hakengriff).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Partizipation und Umgebung:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lenken Sie die Person ab und gehen Sie bei Bedarf zu anderen Aktivit\u00e4ten \u00fcber.<\/li>\n\n\n\n<li>Ermutigen Sie die Person zum Mitmachen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vergewissern Sie sich, dass die Person gegebenenfalls ihre Brille oder ihr H\u00f6rger\u00e4t tr\u00e4gt.<\/li>\n\n\n\n<li>Versuchen Sie, die betroffene Person von Situationen und anderen Personen fernzuhalten, die BPSD bei ihr ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Umdeutung (Reframing) oder Analyse der Situation aus einem anderen Blickwinkel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;Wenn sich BPSD nicht durch die Vorgehensweise des Personals oder der Angeh\u00f6rigen erkl\u00e4ren lassen, ist zu pr\u00fcfen, ob eine Intervention angemessen ist. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;Reframing bedeutet, die Situation aus einer anderen Perspektive zu beleuchten, indem man herauszufinden versucht, ob die BPSD ein Risiko f\u00fcr die Person selbst oder f\u00fcr andere darstellen. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;Wenn durch das Verhalten keine Not oder Gefahr f\u00fcr die Person oder andere besteht, arbeiten Sie an der Wahrnehmung der Angeh\u00f6rigen und der anderen Akteure sowie an dem Unbehagen, das die BPSD bei ihnen hervorrufen. (Bourque und Voyer, 2013)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grundlegende Interventionsstrategien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei Anwendung des Grundansatzes:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ergreifen Sie bei erkannter hoher Stressbelastung der Person Massnahmen, um eine Eskalation zu verhindern.<\/li>\n\n\n\n<li>Erkennen Sie ausl\u00f6sende Situationen und vermeiden Sie diese nach M\u00f6glichkeit.<\/li>\n\n\n\n<li>N\u00e4hern Sie sich erregten oder \u00e4ngstlichen Personen stets von vorn.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie die Person aus deren Augenh\u00f6he an.<\/li>\n\n\n\n<li>Sprechen Sie mit liebensw\u00fcrdigem, sanftem Tonfall.<\/li>\n\n\n\n<li>Achten Sie darauf, nicht bedrohlich zu wirken.<\/li>\n\n\n\n<li>Erkl\u00e4ren Sie der demenzkranken Person, was getan wird und warum.<\/li>\n\n\n\n<li>Beurteilen Sie allf\u00e4llige Besorgnis, die sich in wiederholten Fragen ausdr\u00fccken kann, und reagieren Sie entsprechend darauf.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn die Stressbelastung steigt, entsch\u00e4rfen Sie die Situation durch einen Aktivit\u00e4ts-, Tempo- oder Ortswechsel.<\/li>\n\n\n\n<li>Vermeiden Sie Auseinandersetzungen, da diese die Dinge eher verschlimmern.<\/li>\n\n\n\n<li>Vermeiden Sie k\u00f6rperlichen Zwang, da dies zu einer Eskalation der Unruhe f\u00fchren kann.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Individuelle nichtpharmakologische Interventionen<\/h4>\n\n\n\n<p>Basierend auf den im Assessment festgestellten Ursachen der BPSD gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten zum individuellen Eingreifen. Die Wahl der Intervention sollte sich auf folgende Kriterien st\u00fctzen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Lebensgeschichte der Bewohnerin oder des Bewohners<\/li>\n\n\n\n<li>die verf\u00fcgbaren Ressourcen personeller (Angeh\u00f6rige und andere Akteure) und materieller Art sowie umgebungsbezogene Ressourcen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>BPSD sind eine Manifestation unbefriedigter Bed\u00fcrfnisse, daher kann hier unm\u00f6glich auf alle potenziellen Ursachen von BPSD eingegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Pharmakologische Interventionen<\/h4>\n\n\n\n<p>Neuroleptika d\u00fcrfen erst eingesetzt werden, wenn die nichtpharmakologischen Massnahmen nicht den gew\u00fcnschten Erfolg gebracht haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schmerzen Mehrere aktuelle Studien haben belegt, dass bei kognitiven St\u00f6rungen die Gefahr besteht, dass eine im Verh\u00e4ltnis zur Schmerzintensit\u00e4t unangemessene Schmerztherapie verabreicht wird. 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