{"id":2777,"date":"2021-08-16T19:48:00","date_gmt":"2021-08-16T17:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/testavalems.opointzero.ch\/integration-des-proches\/"},"modified":"2025-09-22T18:13:26","modified_gmt":"2025-09-22T16:13:26","slug":"integration-des-proches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avalems.ch\/de\/integration-des-proches\/","title":{"rendered":"Einbezug der Angeh\u00f6rigen"},"content":{"rendered":"\n<p>Vom Zeitpunkt der Einschreibung in unserer Einrichtung an kommt Angeh\u00f6rigen und anderen Bezugspersonen f\u00fcr die Erfassung der pers\u00f6nlichen Anamnese, die f\u00fcr die Pflegeplanung unabdingbar ist, eine wichtige Rolle als Auskunftspersonen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter legen wir im ferneren Krankheitsverlauf, wenn es darum geht, das Verhalten der demenzkranken Person zu verstehen, grossen Wert auf das Wissen der Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Einbezug der Angeh\u00f6rigen in Behandlungsentscheidungen ist die Zustimmung der demenzkranken Person erforderlich, solange diese urteilsf\u00e4hig ist. Ist dies nicht mehr der Fall, kommt bestimmten Angeh\u00f6rigen automatisch die gesetzliche Vertretungsfunktion zu, sofern die demenzkranke Person keine Stellvertretung ernannt hat und keine Beistandschaft mit einem Vertretungsrecht in medizinischen Angelegenheiten besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch kann die Stellvertretungsfunktion der Angeh\u00f6rigen allenfalls dann werden, wenn diese ihre eigenen Werte und Vorstellungen bewusst oder unbewusst in den Vordergrund stellen. Dies kann dazu f\u00fchren, dass die sich m\u00f6glicherweise im Verlauf der Erkrankung ver\u00e4ndernden Bed\u00fcrfnisse der erkrankten Person nicht erkannt oder fehlinterpretiert werden. Wenn entsprechende Hinweise bestehen, fragen wir kritisch nach und suchen den Dialog.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Interventionen bei Angeh\u00f6rigen bestehen, je nach verf\u00fcgbaren Ressourcen, in Folgendem:&nbsp;(Bruneau, M\u00e9nard, Voyer et al., 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wir erkundigen uns bei ihnen, ob sie das Verhalten der betroffenen Person als problematisch empfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wir begleiten und unterst\u00fctzen sie.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wir kl\u00e4ren sie \u00fcber BPSD auf und st\u00e4rken ihre F\u00e4higkeiten in Bezug auf deren Pr\u00e4vention und den Umgang damit.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wir bringen ihnen nahe, dass BPSD unbefriedigte Bed\u00fcrfnisse widerspiegeln.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wir informieren sie \u00fcber die ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00f6glichkeiten sowie \u00fcber Selbsthilfegruppen, an die sie sich wenden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mithilfe der Angeh\u00f6rigen gewinnen die Mitarbeitenden unserer Institution Einblick in die Vorlieben, die fr\u00fcheren Gewohnheiten und die Lebensgeschichte der betroffenen Person. Die mittels Fragebogen gewonnenen Ausk\u00fcnfte zur pers\u00f6nlichen Anamnese der Bewohnerin&nbsp;\/des Bewohners tragen zur Pr\u00e4vention und Behandlung von BPSD bei. (Bruneau, M\u00e9nard, Voyer et al., 2013)<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter erhalten Angeh\u00f6rige und Betreuungspersonen von uns praktische Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die Kommunikation mit der neurokognitiv beeintr\u00e4chtigten Person:&nbsp;(Rushford, 2009)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Vermeiden Sie Diskussionen, Auseinandersetzungen, geschlossene Fragen sowie direkte Negativanweisungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Reagieren Sie auf den emotionalen Inhalt einer Botschaft, auch wenn Sie nicht verstehen, was die Person sagt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Vermeiden Sie es, nachzuhaken, ob die Person sich an bestimmte Dinge erinnert, und versuchen Sie nicht, zu Beginn oder am Ende eines Gespr\u00e4chs Fragen einzuwerfen wie: \u00abWeisst du das?\u00bb oder \u00abErinnerst du dich noch?\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Sprechen oder handeln Sie niemals, als w\u00e4re die Person nicht da, auch wenn diese Sie nicht verstehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Behandeln Sie die Betroffene, den Betroffenen immer wie eine erwachsene Person.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Greifen Sie so oft wie m\u00f6glich auf Ber\u00fchrungen und nonverbale Kommunikation zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0Seien Sie humorvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0Halten Sie die normale Gespr\u00e4chsstruktur ein (Gespr\u00e4chspartner sprechen immer abwechselnd).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Vermeiden Sie weitestgehend Ablenkungen, sprechen Sie klar und von Angesicht zu Angesicht mit der betroffenen Person.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Lassen Sie der Person genug Zeit zu antworten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt erteilen wir auch praktische Ratschl\u00e4ge f\u00fcr den Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Bewahren Sie Ruhe.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Leiten Sie das Verhalten um.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wirken Sie beruhigend auf die Person ein.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wenn die Person nicht versteht, wiederholen Sie das Gesagte mit anderen Worten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Hinterfragen Sie Ihre Vorgehensweise (passen Sie die Aufgaben an den Zustand der Person an).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Reagieren Sie auf die emotionale Botschaft in den \u00c4usserungen der Person.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Wenn Sie das Gesagte nicht verstanden haben, pr\u00fcfen Sie nach (best\u00e4tigen Sie den angesprochenen Gesichtspunkt).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Rufen Sie bestimmte Situationen in Erinnerung (ermutigen Sie die Person, sich zu erinnern).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Spiegeln Sie in Ihren eigenen Gesten und Worten die Gef\u00fchle der Person wider.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\u00a0Bekr\u00e4ftigen Sie positives Verhalten und verst\u00e4rken Sie es auf diese Weise.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Zeitpunkt der Einschreibung in unserer Einrichtung an kommt Angeh\u00f6rigen und anderen Bezugspersonen f\u00fcr die Erfassung der pers\u00f6nlichen Anamnese, die f\u00fcr die Pflegeplanung unabdingbar ist, eine 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