{"id":18305,"date":"2023-04-18T16:01:14","date_gmt":"2023-04-18T14:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.avalems.ch\/?p=18305"},"modified":"2025-09-22T18:01:55","modified_gmt":"2025-09-22T16:01:55","slug":"interprofessionelle-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/avalems.ch\/de\/interprofessionelle-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Interprofessionelle Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pflegeteam und Schl\u00fcsselpersonen<\/h2>\n\n\n\n<p>Grundpfeiler f\u00fcr die Pflege der Mundgesundheit von betagten Menschen in Pflegeeinrichtungen sind die Zusammenarbeit unter den Fachleuten und ihre Weiterbildung. Die Zusammenarbeit findet dabei auf verschiedenen Stufen statt: Die erste Stufe ist die Kooperation innerhalb des Pflegeteams selbst, wobei auch die Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit miteinbezogen wird. Auf der zweiten Stufe erfolgt die Zusammenarbeit zwischen der Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit und der Patenzahn\u00e4rztin oder dem Patenzahnarzt der Institution. Ist eine zahn\u00e4rztliche Behandlung erforderlich, arbeiten schliesslich das Pflegeteam und die zahnmedizinischen Fachleute (behandelnder Zahnarzt, Dentalhygienikerin usw.) zusammen. Daneben sollte auch der Zusammenarbeit zwischen dem K\u00fcchenteam und dem Pflegedienst besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da Ern\u00e4hrung und Mundgesundheit ebenfalls eng miteinander verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Institution stehen folgende Ressourcen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Pflegepersonal&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Einbezug des Pflegepersonals ist essenziell. Dabei ist Teamarbeit von entscheidender Bedeutung und beginnt bereits bei der Erstellung der individuellen Mundhygieneprotokolle. Die Pflegefachpersonen entscheiden gemeinsam, welches Protokoll f\u00fcr die einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner gew\u00e4hlt wird, damit dieses auch von allen angewandt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit (siehe Pflichtenheft in Anhang 1)<\/h4>\n\n\n\n<p>In jeder Institution wird mindestens eine Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit bestimmt; idealerweise eine f\u00fcr jedes Pflegeteam. Sie muss eine Teambuilderin mit anerkannten p\u00e4dagogischen Kompetenzen sein und die F\u00e4higkeit besitzen, sich mit anderen auf die gleiche Stufe zu stellen \u2013 auch mit jenen, die sich beim Thema Mundgesundheit weniger wohlf\u00fchlen. Dem gesamten Pflegepersonal muss klar sein, wer die Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit ist. Ausserdem muss Letztere \u00fcber ausreichend Zeit verf\u00fcgen, um das Team bei der Etablierung von Mundhygienemassnahmen zu begleiten und diese auch kontrollieren zu k\u00f6nnen.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Einf\u00fchrung dieser Funktion sollen dauerhaft optimale Voraussetzungen f\u00fcr eine gute Mundgesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen werden. Die Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit hat folgende Aufgaben<a href=\"https:\/\/avalems.ch\/de\/interprofessionelle-zusammenarbeit\/#_ftn1\">[1]<\/a>:<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schulungen f\u00fcr die Mitarbeitenden in der Institution durchf\u00fchren und bei personellen Wechseln in den Teams wiederholen<\/li>\n\n\n\n<li>Das Team in die Mundpflege einbeziehen und dabei auf die Bedeutung der Mundhygiene f\u00fcr die Bewohnerinnen und Bewohner hinweisen<\/li>\n\n\n\n<li>Den Bezug zwischen Mundgesundheit und guter Pflege herstellen<\/li>\n\n\n\n<li>Einen Beitrag zur Erkennung oraler Pathologien leisten<\/li>\n\n\n\n<li>Zusammen mit dem Team daf\u00fcr sorgen, dass das \u00dcbersichtsblatt f\u00fcr die Mundhygiene (Anhang 2) auf dem neusten Stand gehalten wird<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Behandelnde \u00c4rztin oder behandelnder Arzt der Person&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>Da die Mundgesundheit zur umfassenden Gesundheitsversorgung der Bewohnenden geh\u00f6rt, ist es wichtig, die behandelnde \u00c4rztin oder den behandelnden Arzt miteinzubeziehen. Letztere\/r muss angeben, ob in Bezug auf den Gesundheitszustand der Bewohnerin oder des Bewohners besondere Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Dies betrifft insbesondere das Risiko einer infekti\u00f6sen Endokarditis oder laufende Behandlungen, die sich auf die Mundgesundheit auswirken k\u00f6nnen (Blutverd\u00fcnner, St\u00f6rungen des Speichelflusses usw.). Die \u00c4rztin oder der Arzt wird auch bei der Verschreibung gewisser Produkte wie Duraphat\u00ae oder Fluorid-Zahngelees (elmex\u00ae gel\u00e9e, paro\u00ae amin fluor gel\u00e9e usw.) hinzugezogen. Diese Zahngelees sind im \u00dcbrigen in Apotheken rezeptfrei erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Behandelnde Zahn\u00e4rztin oder behandelnder Zahnarzt der Person&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00fcnschen die Bewohnerin bzw. der Bewohner und ihre oder seine Angeh\u00f6rigen, dass die Mundpflege vom bisherigen behandelnden Zahnarzt durchgef\u00fchrt wird, und kann ein solcher Termin vereinbart werden, bleibt der bisherige Zahnarzt die bevorzugte Ansprechperson. Dieser muss dem Pflegeheim f\u00fcr jede Patientin und jeden Patienten Empfehlungen zur t\u00e4glichen Mundhygiene abgeben. Es ist aber auch m\u00f6glich, diese Rolle einer anderen Zahn\u00e4rztin oder einem anderen Zahnarzt zu \u00fcbertragen, mit dem die Einrichtung eng zusammenarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Patenzahn\u00e4rztin oder Patenzahnarzt&nbsp;der Institution<\/h4>\n\n\n\n<p>Sie oder er \u00fcbernimmt die zahn\u00e4rztliche Erstuntersuchung von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern und f\u00fcllt das Eintrittsformular aus, das f\u00fcr die Organisation der Pr\u00e4ventivpflege in der Einrichtung ben\u00f6tigt wird. Ist eine kurative Behandlung in der Praxis erforderlich, organisiert der Patenzahnarzt diese in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Zahnarzt des Bewohners, nachdem er die Angeh\u00f6rigen oder die Vertrauensperson des Bewohners informiert und mit ihnen ein Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dentalhygienikerin oder Dentalhygieniker&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker \u00fcbernehmen Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Schulung des Pflegepersonals<\/li>\n\n\n\n<li>die Mund- und\/oder Zahnpflege auf Anfrage der Bewohnerinnen und Bewohner oder ihrer Angeh\u00f6rigen<\/li>\n\n\n\n<li>das Coaching der Pflegeteams, um so eine Begleitung vor Ort zu gew\u00e4hrleisten<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kommunikation<\/h2>\n\n\n\n<p>Protokolle sorgen f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t und Aufrechterhaltung von Praktiken, die der Mundgesundheit und -hygiene f\u00f6rderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Eintritt in eine Institution f\u00fcllen das Pflegepersonal, der behandelnde Zahnarzt und der Patenzahnarzt gemeinsam ein Eintrittsformular aus. Hat die eintretende Person im Jahr vor ihrem Heimintritt ihren behandelnden Zahnarzt konsultiert, stellt die Ansprechperson f\u00fcr die Mundgesundheit diesem das Formular zum Ausf\u00fcllen zu. Erfolgte im Jahr vor dem Eintritt keine Kontrolle, wird das Formular bei der Eintrittsuntersuchung vom zust\u00e4ndigen Patenzahnarzt ausgef\u00fcllt. Die Angaben zur Ern\u00e4hrung werden vom Pflegeteam eingetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird ein \u00dcbersichtsblatt f\u00fcr die Mundhygiene (Anhang 2) erstellt, das im Pflegedossier der Bewohnerin oder des Bewohners abgespeichert und an einem geeigneten Ort im Badezimmer aufgeh\u00e4ngt wird (z. B. im Spiegelschrank). So haben alle Pflegefachpersonen Zugang zu diesen individuellen Informationen und k\u00f6nnen sie umsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflegeteam und Schl\u00fcsselpersonen Grundpfeiler f\u00fcr die Pflege der Mundgesundheit von betagten Menschen in Pflegeeinrichtungen sind die Zusammenarbeit unter den Fachleuten und ihre Weiterbildung. 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