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Interview mit dem Direktor der IT SLD Solutions SA, Ludovic Buono

Warum haben Sie die IT SLD Solutions SA ausgewählt?

In meiner beruflichen Laufbahn kam ich oft zu Firmen, in denen Infrastrukturen vielmehr aufgebaut als aufrechterhalten werden mussten. Das waren schöne Herausforderungen, denn in solchen Situationen bereitet mir die Arbeit jeweils am meisten Spass. Mehrere Jahre lang war ich zudem in einem internationalen Kontext tätig. Nach dieser in vielerlei Hinsicht bereichernden Zeit wollte ich mich dann neu orientieren und wieder lokaler tätig werden. Die Position als Direktor der IT SLD Solutions SA verfügte über alle Attribute, nach denen ich suchte: Gestaltungsfreiheit, ein Umfeld mit einer eher regionalen Verbundenheit und eine Tätigkeit in einem gemeinnützigen Bereich.

War es Ihnen wichtig, in einem gemeinnützigen Bereich zu arbeiten?

Ich finde, dass auch Privatunternehmen einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, aber was mich an der IT SLD Solutions SA besonders reizt, ist, dass es um die Grundbedürfnisse der Menschen geht. Denn was ist wichtiger als die Gesundheit?

Wie lief Ihr Dienstantritt ab?

Ich habe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AVALEMS, in deren Räumlichkeiten wir arbeiten, als freundliches und engagiertes Team kennengelernt, das sich rasch an immer wieder neue Situationen anpassen kann. Was die eigentliche Arbeit betrifft, lässt sich sagen, dass die IT SLD Solutions SA ein sehr junges Unternehmen (2020) ist, das enorm viele Entwicklungsmöglichkeiten in diesem dynamischen Umfeld hat.

„Was mich an der IT SLD Solutions SA besonders reizt, ist, dass es um die Grundbedürfnisse der Menschen geht. Denn was ist wichtiger als die Gesundheit?“

Was sagen Sie zur Aufnahme der Walliser sozial medizinischen Zentren (WVSMZ) ins Aktionariat?

In der Tat sind die Synergien mit den WSMZ für die IT SLD Solutions SA sehr gewinnbringend. Dadurch kann sie weiterwachsen und einen grossen Schritt nach vorne machen.

Was sind konkret die Vorteile dieser Synergien?

Bisher lastete das gesamte Geschäft der IT SLD Solutions SA auf den Schultern einer einzigen Person, dem Direktor. Heute kann die Gesellschaft auf neue Mitarbeitende zählen, die davor für die WVSMZ gearbeitet haben. Diese verfügen über unterschiedliche Profile und verschiedene Fachkompetenzen. Vielleicht der wichtigste Moment in der Geschichte eines Unternehmens ist immer jener, in dem aus einem Mitarbeitenden zwei werden. Darüber hinaus bringen die SMZ als Mitaktionäre neue finanzielle Mittel mit ein, mit denen wir die Firma weiterentwickeln können. Schliesslich würde ich sagen, dass die Erweiterung des Unternehmens seine Stellung im IT-Bereich der Langzeitpflege und gegenüber seinen verschiedenen Partnern und Lieferanten festigt.

„Die Einbindung der SMZ hat das Unternehmen in eine neue Dimension befördert und eine gewisse Komplexität mit sich gebracht. Dennoch dürfen wir strategisch gesehen unsere Mission nicht vergessen, nämlich ein auf die Langzeitpflege spezialisiertes IT-Unternehmen zu werden, das seinen Kunden und Aktionären dient.“

Wie war Ihr Treffen mit den Kundinnen und Kunden?

Ich übernahm die Leitung der IT SLD Solutions SA in einer für die Pflege sehr besonderen Zeit, da die Pandemie damals bereits über ein Jahr lang andauerte. Ich habe Menschen getroffen, die über einen längeren Zeitraum unter Druck standen und immer wieder mit unvorhergesehenen Ereignissen fertigwerden mussten. Dies sollte man beim Festlegen von Prioritäten unbedingt bedenken. Die IT SLD Solutions SA soll Lösungen bereitstellen, die das Leben dieser Menschen erleichtern und beispielsweise den Verwaltungsaufwand reduzieren, damit sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.

Steht dieser Wille im Zusammenhang mit der Gesundheitskrise?

Nein. Denn in Wirklichkeit muss dies immer das Ziel einer IT-Lösung sein, unabhängig von der Kundschaft und der Zeit. Obwohl die Informatik einen enormen Platz in unserem Leben eingenommen hat, vergessen wir oft, dass sie uns in erster Linie das Leben vereinfachen und/oder neue Möglichkeiten eröffnen und nicht für mehr Bürokratie oder Unannehmlichkeiten sorgen soll. Manchmal gibt es keine perfekte Lösung oder es dauert eine Weile, aber die Hauptaufgabe der IT SLD Solutions SA besteht darin, im Interesse des Personals und der Patienten zu handeln.

Wie stellen Sie sich in Zukunft die Beziehung zur Kundschaft vor?

Ich würde mir wünschen, dass wir die Beziehung zu den Kunden und deren Support verbessern können, indem wir namentlich mehr Nähe schaffen. Das ist entscheidend, damit wir sicher sein können, dass unser Vorgehen und unsere Projekte so gut wie möglich ihren Bedürfnissen entsprechen. Sich mit allen Akteuren zu treffen, stellt aufgrund der vielen verschiedenen Ansprechpersonen eine grosse Herausforderung dar. Aus diesem Grund überlegen wir uns derzeit, wie wir unsere Kunden am besten betreuen und begleiten können. Durch einen systematischen Austausch und eine konsequente Nachbearbeitung der besprochenen Punkte lässt sich ein echter Mehrwert schaffen.

Was sind die Prioritäten der IT SLD Solutions SA?

Als ich meine Tätigkeit aufnahm, begann ich damit, Verbesserungsmöglichkeiten im operativen Bereich zu ermitteln. Nun geht es darum, diese Arbeit zu Ende zu führen und mit den neuen Mitarbeitenden eine solide Struktur zu schaffen. Es laufen umfangreiche Abklärungen mit dem Ziel, alle in derselben Struktur mit derselben Identität und unseren eigenen Werkzeugen zusammenzuführen. Die Einbindung der SMZ hat das Unternehmen in eine neue Dimension befördert und eine gewisse Komplexität mit sich gebracht. Dennoch dürfen wir strategisch gesehen unsere Mission nicht vergessen, nämlich ein auf die Langzeitpflege spezialisiertes IT-Unternehmen zu werden, das seinen Kunden und Aktionären dient.

Ludovic Buono, Direktor der IT SLD Solutions SA

Was funktioniert derzeit gut?

Das Unternehmen hat eine stabile Basis und eine klar definierte Vision. Dank dieses Fundaments verfügt die IT SLD Solutions SA über ein enormes Potenzial, um im Interesse der Einrichtungen, Pflegekräfte und Patienten zu arbeiten und deren Bedürfnisse zu erfüllen. 

Was funktioniert weniger gut?

Im operativen Bereich und beim Dienstleistungsmanagement gibt es noch Luft nach oben. So haben wir zum Beispiel damit begonnen, neue Prozesse für die Aktualisierung unserer Plattformen zu implementieren. Dadurch wird das Risiko von Störungen stark reduziert. Ausserdem arbeiten wir daran, die Beziehung zu unseren Lieferanten zu professionalisieren. Durch das Einführen eines Managementsystems könnten wir eine bessere Verhandlungsposition bei der Zusammenarbeit erreichen. Mittelfristig werden sich diese Schritte auf die Qualität und Stabilität unserer Dienstleistungen auswirken.

Welchen Stellenwert hat die Informatik im Pflegebereich?

Heutzutage werden IT-Tools derart wichtig, dass sie in den meisten Berufsfeldern, einschliesslich der Pflege, einen strategischen Platz einnehmen. Das heisst, eine Veränderung oder Verbesserung in diesem Bereich hat weitläufige Auswirkungen. Die Digitalisierung kann auch im Gesundheitswesen und in den Verwaltungsabteilungen der Einrichtungen enorme Vorteile bringen. Vor diesem Hintergrund wird sich in den kommenden Jahren sehr viel verändern und die Bedeutung von IT-Systemen im Gesundheitssektor weiter zunehmen.

Können Sie einige konkrete Vorteile der Digitalisierung nennen?

Im administrativen Bereich wird sich die Arbeitsbelastung dank der IT verringern. Heute arbeiten wir zum Beispiel an Lösungen für die Rechnungsstellung und den Datenaustausch mit den Versicherungen. Die Vorteile der Digitalisierung liegen auf der Hand: Durch das Automatisieren verschiedener Aufgaben fallen nämlich redundante Tätigkeiten weg. So können sich die Fachkräfte mit anderen, spannenderen Aspekten ihres Berufes beschäftigen. Im Pflegebereich gibt es erste Tools, die die Arbeit der Pflegefachkräfte begleiten. Ich denke dabei vor allem an neue, auf künstlicher Intelligenz basierende Instrumente, die Lösungen anbieten und das Gesundheitspersonal unterstützen werden.

„Obwohl die Informatik einen enormen Platz in unserem Leben eingenommen hat, vergessen wir oft, dass sie uns in erster Linie das Leben vereinfachen und/oder neue Möglichkeiten eröffnen und nicht für mehr Bürokratie oder Unannehmlichkeiten sorgen soll.“

Wo liegen die Grenzen der Digitalisierung im Pflegebereich?

Dies ist eine sehr tiefgründige ethische Frage, auf die wir als Gesellschaft noch keine Antwort gefunden haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass es bei der Pflege in erster Linie um Menschen geht. Obwohl Technologie etwas Wunderbares ist, kann sie nicht alles. Wenn eine Fachperson einen Patienten behandelt und pflegt, geschieht etwas, das über die eigentliche Handlung hinausgeht. Man muss dies immer im Hinterkopf behalten und die übliche Vorsicht walten lassen, wenn man sich den technologischen Fortschritt zunutze macht. Die Möglichkeiten sind aber dennoch immens.